Freitag, 3. März 2017

Gedenkveranstaltung am 24. Januar 2017

Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages
am 24. Januar 2017 in der Synagoge Oranienburger Straße, in Berlin
Vom Gedenken zur Kooperation
Die deutsch-israelischen Beziehungen – eine
generationsübergreifende Aufgabe

Bericht von Dr. Philipp Sonntag

In festlicher Form und mit musikalischem Rahmen wurde die Veranstaltung von der „Initiative 27. Januar“ durchgeführt, mit Unterstützung durch die „Zeugen der Zeit-zeugen“, die „Vereinigte Israel Aktion“, die „Aktion Würde und Versöhnung“ und uns als Kooperationspartner, geleitet durch Matthias Böhning“. Es ging um einen grundsätzlichen Rückhalt für Israel, das wurde bereits deutlich beim engagierten Beitrag von MdB Gita Connemann, mit der Betonung: „Jüdisches Leben ist Teil unserer Identität!“ und ihrer Anerkennung der Kooperation von Jugendlichen aus Israel und Deutsch-land. Ganz entsprechend wies Rogel Rachmann, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der „Israelischen Botschaft Berlin“ auf den Zusammenklang der Jugend in beiden Ländern hin und ebenso auf den Beitrag der Child Survivors, von uns ebenso wie von den post-sowjetischen „Phönix aus der Asche“. Die Hauptrede hielt unser Vereinsmitglied Pavel Hoffmann. Er spannte den Bogen bis zu den Anfängen der Verfolgungen der Juden, („seit der Zeit in der die Römischen Heiden den jüdischen Gott vereinnahmten“). Aktuell präsentierte er sich als „einer der jüngsten Überlebenden des größten Verbrechens.“ In diesem Sinne sind die jetzigen SchülerInnen die letzte lebende Generation, welche noch in der Lage ist, einen Eindruck von Überlebenden als Zeitzeugen zu bekommen. In bewegenden Worten schilderte Pavel die Tragik der fast vollständigen Ermordung seiner Familienmitglieder, wie über das tragische Schicksal des sog. Tschechischen Familien-Lagers in Auschwitz, das fast vollständig (4000 Kinder, Frauen und Männer) in einer einzigen Nacht in den Gaskammern vernichtet worden ist. Das Besondere an diesem Tag war, dass die zum Tod Verurteilten kurz vor der Ermordung die Hatikva - das ist die heutige israelische Hymne - und die tschechische Nationalhymne gesungen haben. Pavel wollte damit jenen, die den Juden die einzige Nationalheimstätte die sie haben nicht gönnen, aufzeigen wie wichtig Israel als Hoffnung auch für die todgeweihten Juden bereits damals war. Außerdem hat er auf die Seltenheit des Schicksals von Überlebenden hingewiesen – und natürlich auch auf sein eigenes Überlebens des KZ Theresienstadt. Seine Empörung richtete sich vor allem auch auf die Nachkriegs-Ermordungen der zurückkehrten jüdischen Häftlinge, die das Grauen überlebt haben im damals stark antisemitischen Polen. Er kritisierte die Gehirnwäsche, die irreführenden Darstellungen bezüglich Israel in einigen heutigen Schulbüchern: „Ein wehrhafter Jude ist für viele Deutsche und Europäer unerträglich!“ Israel hat aus Wüsten und Sümpfen einen modernen und demokratischen Staat aufgebaut, aber in deutschen Schulen hätte kaum jemand etwas positives über Israel gehört, dies belastet die Zukunft in völlig unangemessener Weise. Josias Terschüren, Direktor der Öffentlichkeitsarbeit für „Initiative 27. Januar“, erläuterte die historische Entwicklung des Antisemitismus von religiösen Aspekten über rassistische nun hin zu menschenrechtlichen, mit jeweils willkürlichen Anklagen gegen die Juden. Ein „Nie wieder!“ soll von daher auch für die Vermeidung von Infragestellung des Staates Israel gelten. Zum Abschluss hob Harald Eckert von den „Christen für Israel“ hervor, dass eine Kooperation mit Israel von zentralen Kräften der deutschen Gesellschaft ausgehen soll, so von Eliten ebenso wie von der Politischen Mitte und von den Kirchen. Insgesamt wurde deutlich, wie es eine Herausforderung und Aufgabe für alle Generationen ist, über Israel korrekt zu berichten und generell in engagierter Kooperation für eine zukünftige menschenwürdige Welt Akzente zu setzen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen